Kolumne Brienz Info Ausgabe August 2017

Wie entsteht der Grundstein für eine Organisationsgründung? Welche Gedanken und Visionen stecken dahinter? Welche Grundlagen sind erforderlich? Welchen Verantwortungen muss man(n)/frau sich bewusst sein?
Fragen, die ich vor knapp einem Jahr beantwortet bekam und mich auch weiterhin im Alltag begleiten: Ende letztes Jahr entschied ich mich mit einer tansanischen Freundin eine Organisation zu gründen. Ein Traum, der Wirklichkeit wurde!
Die Idee kam bei einem Gläschen Wein beim Sonnenuntergang mit Blick auf den Kilimanjaro. Das mag sich vielleicht ein bisschen kitschig anhören, wie kann man bei dieser Kulisse in guter Gesellschaft auch etwas verwehren. Es steckt jedoch mehr als nur eine gute Stimmung dahinter: Meine tansanianische Freundin hatte die Idee einer eigenen Organisation bereits seit sie ihr Masterstudium erfolgreich abgeschlossen hatte. Sie führte mich in ihre Visionen ein und gab mir ihre Erfahrungen und Eingebungen weiter. Die Begeisterung, die noch sehr konservative Rolle der Frau in der Kilimanjaro Region zu stärken, kam auf Anhieb und entwickelte sich zu einer Leidenschaft. Seit gut zwei Jahren lebe ich nun in Tansania und erlebe täglich die Schwierigkeiten und Herausforderungen einheimischer Frauen vor der eigenen Haustüre. Der Wunsch, mich als Mitgründerin beim Aufbau eines nachhaltigen Projektes für Frauen und Mädchen zu engagieren, verstärkte sich damit jeden Tag.
Der Start erforderte viele intensive Gespräche zu zweit, Abklärungen und Nachforschungen bei der Zielgruppe, Austausch mit Menschen die uns nahestehen und Menschen mit Erfahrung in Organisationsgründung . Vertrauen ist für mich ein Grundstein eines solchen Projektes, das gegenseitige Vertrauen sowie das Vertrauen in sich selbst, dass man so einer Aufgabe gewachsen ist und sich dessen Verantwortung bewusst ist.
Meine Skepsis, die in einer meiner vergangenen Kolumnen “Voluntourism in Tansania – Entwicklungshinderung?” zum Vorschein kam, lag im eigennützige Handeln, um gut dazustehen: Das Benutzen von Armut um Aufmerksamkeit zu erregen und schlussendlich sogar selbst davon profitieren zu können. Dieses Szenario, das ich hier leider oft erlebe, soll kein Kapitel in der Geschichte dieser Organisation werden. Meine Freundin und ich verfolgen die gleichen Ziele und teilen dieselben Werte: Der Fokus liegt auf Frauen und Mädchen in der Kilimanjaro Region, die täglich mit schwierigen Lebenssituationen zu kämpfen haben und auf nachhaltige Hilfe einer lokalen Organisation angewiesen sind. Nachhaltigkeit in den Projekten und der Beseitigung von Problemen steht für uns ganz oben.
Ideen kamen und gingen, viele Sonnenuntergänge mit Blick auf den Kilimanjaro vergingen bis wir unsere Strategien und Visionen festgelegt und auf Papier gebracht haben und endlich die operativen Tätigkeiten Anfang dieses Jahres starten konnten. Unsere Tätigkeiten haben den Fokus, Frauen und Mädchen mit Selbstvertrauen- und bewusstsein, sowie einem erfolgreichen Weg zur Selbstständigkeit zu stärken. Wir wollen eine nachhaltige und stabile soziale und wirtschaftliche Situation für Frauen durch Beseitigung geschlechtsspezifischer Ungleichheit gewährleisten, um die signifikanten Lücken in Bezug auf den Arbeitsmarkt zu mindern und die Entscheidungsfindung und unternehmerische Fähigkeiten und Kenntnisse unter Frauen zu erhöhen.Mehr dazu finden Sie auf unserer Webseite voewofo.org oder facebook.com/voewofo.
… Und so wurde “Voice of Empowered Women Foundation” geboren. Eine Organisation, die noch in den Windeln liegt, jedoch mit viel Motivation und Engagement aufsteht und sich stetig weiterbewegt!
Die ganze Ausgabe Brienz Info Ausgabe August 2017 findest du hier!
